WIE SAGTE DIE KOLLEGIN VOM REUTLINGER GENERALANZEIGER: „Ich kann über alles schreiben, nur nicht über mich…“

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IMG_6225HammerAlso gut: Schon als kleines Mädchen wollte ich unbedingt einen Fotoapparat und knipste alles, was mir unter die Augen kam. Kirschblüten, Steine, den Bach und meine jüngeren Geschwister. Und Störche, weil es die im Markgräflerland auf unseren Spielwiesen noch gab.

Ganz so war es nicht; es gibt auch keine Bilderbuchkarriere. Aber über die Jahre bin ich in die Fotografie hineingewachsen, wohl mit Leib und Seele. Die Bilder meiner Mutter, seit den Fünfziger Jahren aufgenommen mit ihrer Agfa Silette, haben mich durch die Kindheit begleitet und beeindrucken mich heute noch – wie die meines Vaters, der sich an allen möglichen Kameras versuchte, bevorzugt in den Alpen. Keine große Landschaftsfotografie, aber man spürt heute noch die Faszination für den Moment. Meist durften wir das zuhause in endlosen Dia-Vorführungen nacherleben! Heute, Jahrzehnte später, freuen wir uns gelegentlich, dass die Eltern so viele Fotografien hinterlassen haben.

Die erste eigene Kamera finanzierte ich mir Ende der Siebziger Jahre mit einem Ferienjob: Canon AE-1, unkaputtbar. Von da an hat mich das Fotografieren wirklich nicht mehr losgelassen.

Heute sind es, vor allem bei der Blütenfotografie, die kleinen, unscheinbaren Dinge, deren Eigenleben und Ästhetik mich fasziniert. Und in der Reportage- und Hochzeitsfotografie habe ich mit der Zeit ein Gespür entwickelt für die unwiederbringlichen Momente der Emotionen.

„Und gern lasse ich mich verblüffen, auch von den unscheinbaren Dingen. Da braucht es gar nicht die großen Gesten. Auch nicht die tollkühnen Künstlerschöpfungen. Es reicht, sich dem zu widmen, was uns ständig umgibt. Auch das Unbedeutende hat eine Würde, ein Geheimnis.“
Robert Rauschenberg, 1925-2008